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Website erstellen lassen oder selbst bauen?

Die Digitalisierung macht vor keinem Schweizer KMU halt. Ob Sie als Schreiner in Oerlikon, als Anwaltskanzlei in der Berner Innenstadt oder als Boutique-Besitzerin in Luzern tätig sind – Ihre Website ist heute Ihre digitale Visitenkarte und oft der erste Kontaktpunkt für potenzielle Neukunden. Doch vor jedem Projekt steht die fundamentale Grundsatzfrage: Sollte man die Website selbst bauen oder professionell von einer Agentur erstellen lassen? Der Markt lockt mit günstigen Baukasten-Systemen wie Wix, während spezialisierte SEO-Agenturen Massarbeit versprechen. Dieser Ratgeber räumt mit Mythen auf, beleuchtet die versteckten Kosten von DIY-Projekten und gibt Ihnen eine klare Entscheidungsgrundlage an die Hand, damit Ihre Online-Präsenz nicht zum teuren Hobby, sondern zum profitablen Investment wird. Wir vergleichen Aufwand, Budget und langfristige Erfolgschancen im spezifischen Schweizer Marktumfeld.

Website erstellen lassen oder selbst bauen?

Wix: Der unkomplizierte Einstieg für kleine Betriebe

Wix hat sich in den letzten Jahren zum Marktführer unter den Website-Baukästen entwickelt und ist besonders bei Schweizer Einzelunternehmern sehr beliebt. Wer zum Beispiel als Yoga-Lehrer in Zürich-West startet oder ein lokales Café in Winterthur betreibt, findet hier eine äusserst intuitive Benutzeroberfläche. Da es sich um ein geschlossenes System handelt, übernimmt Wix die Wartung und die technische Sicherheit komplett. Das bedeutet für Sie: Weniger Stress mit Hacker-Angriffen oder veralteten System-Versionen, was gerade für technologische Laien ein enormer Vorteil ist. Man kann sich voll und ganz auf die Gestaltung und die Inhalte konzentrieren, ohne eine einzige Zeile Code schreiben zu müssen.

Allerdings stösst Wix an seine Grenzen, sobald die Anforderungen komplexer werden. Während einfache Buchungstools für Coiffure-Salons gut funktionieren, fehlt bei hochspezialisierten Funktionen oft die notwendige Tiefe. Auch in Sachen Suchmaschinenoptimierung (SEO) hat Wix zwar aufgeholt, hinkt jedoch individuellen Lösungen oft noch hinterher, wenn es um Ladezeiten und spezifisches technisches SEO geht. Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit: Da Ihre Website auf der Infrastruktur von Wix liegt, können Sie nicht einfach zu einem günstigeren Schweizer Hoster umziehen. Sie mieten Ihre Website quasi, anstatt sie zu besitzen, was bei einer langfristigen Strategie berücksichtigt werden muss. Profis raten daher Wix vor allem für Visitenkarten-Websites oder sehr kleine Dienstleister.

  • Keine Programmierkenntnisse erforderlich: Drag-and-Drop-Interface macht den Einstieg leicht.
  • Hosting und Sicherheit inklusive: Man muss sich nicht um Server-Updates oder SSL-Zertifikate kümmern.
  • Design-Vorlagen: Hunderte Templates, die für verschiedene Branchen optimiert sind.
  • Geschlossenes Ökosystem: Hohe Stabilität, aber eingeschränkte Flexibilität bei Sonderwünschen.

Squarespace: Design-Fokus für Kreative und Berater

Squarespace positioniert sich als das ästhetische Schwergewicht unter den Baukästen. Für Architektur-Büros in Basel oder Grafik-Designer in St. Gallen ist diese Plattform oft die erste Wahl, da die Templates ein sehr hochwertiges, fast schon magazinartiges Layout bieten. Der visuelle Editor ist etwas restriktiver als bei Wix, was jedoch einen grossen Vorteil hat: Man kann das Design kaum „kaputt“ machen. Die Proportionen bleiben gewahrt, und die Seite sieht auf dem Smartphone genauso edel aus wie auf dem Desktop. In der Schweiz wird Squarespace oft für Portfolio-Seiten genutzt, die Professionalität und Design-Affinität ausstrahlen sollen.

Technisch gesehen bietet Squarespace eine solide Basis, ist aber wie alle Baukästen ein geschlossenes System. Die Integration von Schweizer Zahlungsmitteln wie TWINT ist über Drittanbieter zwar möglich, aber oft komplizierter als bei Open-Source-Systemen. Wer einen Onlineshop mit vielen Produkten plant und dabei spezifische Schweizer MWST-Sätze oder Versandregeln der Post automatisieren möchte, kommt hier schnell an technische Hürden. Dennoch bleibt Squarespace eine exzellente Wahl für Dienstleister, bei denen das Auge mitkauft. Der Support ist zuverlässig, allerdings meist auf Englisch oder über automatisierte Übersetzungen, was für einige Schweizer Kunden eine Hürde darstellen könnte. Im Vergleich zu einer Individualprogrammierung sparen Sie hier enorm an Designkosten, zahlen aber mit einer gewissen Starrheit des Systems.

Professionelle CMS-Lösungen: Flexibilität und Wachstum

Professionelle CMS-Lösungen bieten Ihnen die volle Kontrolle über Ihre Website. Sie können sie bei einem Schweizer Hoster installieren und haben alle Daten und Funktionen selbst in der Hand. Besonders für KMU in Städten wie Bern oder Genf, die langfristig wachsen wollen, bieten moderne CMS-Systeme eine unglaubliche Skalierbarkeit. Ob Sie mit einer einfachen Seite starten und später einen Shop oder ein Mitgliederportal hinzufügen wollen – mit den richtigen Technologien ist praktisch alles möglich.

Diese Freiheit bringt jedoch Verantwortung mit sich. Ein professionelles CMS erfordert regelmässige Wartung, Updates und Sicherheitschecks. Vernachlässigen Sie diese Pflege, wird die Seite langsam oder anfällig für Sicherheitslücken. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Wer selbst baut, unterschätzt oft den Zeitaufwand für die technische Betreuung. In der Schweiz beauftragen viele KMU eine Agentur für das initiale Setup und ein individuelles Design, um danach die Inhalte selbst zu pflegen. Dies kombiniert die Kosteneffizienz eines CMS mit der Professionalität eines Experten-Layouts. Ein durchdachtes CMS ist zudem die Basis für exzellente SEO, da Sie technische Details bis ins kleinste Detail für Google optimieren können.

KriteriumWix / Squarespace (DIY)CMS-AgenturIndividualprogrammierung
Initialkosten (CHF)0 - 500 (Eigenleistung)3'500 - 12'000ab 25'000
Laufende Kosten/Jahr300 - 600 CHF (Abo)200 - 800 CHF (Hosting/Wartung)ab 1'200 CHF
Zeitaufwand InhaberHoch (Lernkurve)Mittel (Briefing)Hoch (Planung)
SEO-PotenzialBefriedigendSehr GutExzellent
Eigentum an CodeNein (Miete)JaJa

DIY: Wann sich das Selbermachen wirklich lohnt

Das „Do It Yourself“-Prinzip (DIY) ist verlockend. Warum 10'000 CHF für eine Agentur ausgeben, wenn man es am Wochenende selbst machen kann? Diese Strategie ist dann sinnvoll, wenn Sie ganz am Anfang Ihrer Selbstständigkeit stehen und das Budget extrem knapp ist. In der Gründungsphase in der Schweiz ist Kapital oft kostbar, und die eigene Zeit (noch) im Überfluss vorhanden. DIY bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Botschaft zu testen und zu verfeinern, ohne ein grosses finanzielles Risiko einzugehen. Sie lernen zudem viel über digitales Marketing und wie Ihre Kunden online interagieren. Ein typisches Szenario ist der Ein-Personen-Betrieb, der primär über Empfehlungen arbeitet und die Website nur als Referenz benötigt.

Die Gefahr beim DIY ist die sogenannte Opportunitätskosten-Falle. Zeit, die Sie mit dem Verschieben von Pixeln oder dem Suchen nach technischen Fehlern investieren, fehlt Ihnen bei der Akquise oder der direkt fakturierbaren Arbeit. Wenn Ihr Stundensatz als Berater in Zürich bei 180 CHF liegt und Sie 80 Stunden an Ihrer Website basteln, hat Sie diese Seite theoretisch 14'400 CHF gekostet – weit mehr als das Angebot einer professionellen Webagentur. Zudem fehlt Laien oft der Blick für Conversion-Optimierung. Eine Website, die zwar „schön“ aussieht, aber keine Anfragen generiert, ist im geschäftlichen Kontext wertlos. DIY ist also oft eine kurzfristige Sparmassnahme, die langfristig teurer werden kann als ein Profi-Auftrag.

Agenturvergleich: Die richtige Wahl in der Schweiz treffen

Wenn Sie sich entscheiden, eine Website erstellen zu lassen, stehen Sie vor einer riesigen Auswahl an Anbietern. Von der grossen Full-Service-Agentur in der Zürcher City bis zum Freelancer im Appenzellerland variieren die Preise und Leistungen enorm. Ein wichtiger Faktor im Schweizer Markt ist die lokale Präsenz. Eine Agentur, die den Schweizer Markt kennt, weiss um die Bedeutung von Mehrsprachigkeit (Deutsch, Französisch, Italienisch) und die spezifischen rechtlichen Anforderungen wie das Schweizer Datenschutzgesetz (nDSG). Diese Expertise lassen sich Agenturen zu Recht bezahlen, da sie rechtliche Sicherheit und kulturelle Relevanz garantieren. Im Gegensatz zu Off-Shore-Agenturen aus Billiglohnländern erhalten Sie hier ein Produkt, das exakt auf das Schweizer Kaufverhalten abgestimmt ist.

Beurteilen Sie Agenturen nicht nur nach dem Preis, sondern nach ihrem Prozess. Eine gute Agentur stellt Fragen zu Ihren Zielen, Ihrer Zielgruppe und Ihren Prozessen, bevor sie über Farben redet. In der Schweiz kosten professionelle Websites für KMU in der Regel zwischen 5'000 und 15'000 CHF. Alles darunter ist oft Massenware von der Stange (Templates ohne Individualisierung), alles darüber ist für komplexe Anforderungen wie Schnittstellen zu ERP-Systemen oder umfangreiche E-Commerce-Lösungen reserviert. Achten Sie auf transparente Offerten: Sind SEO, Bildrechte, Texte und Schulung enthalten? Eine seriöse Agentur in der Schweiz wird Ihnen zudem immer einen Support-Vertrag anbieten, damit Ihre Investition auch in zwei Jahren noch technisch auf dem neuesten Stand ist.

Agentur-TypZielgruppe/ProjektPreisspanne (CHF)Vorteile
FreelancerSmall Business, Portfolio2'500 - 6'000Persönlich, kosteneffizient
KMU-WebagenturEtablierte Firmen, Dienstleister6'000 - 20'000Expertise, SEO-Fokus, Service
Full-Service AgenturGrosse Brands, E-Commerceab 25'000Strategie, Branding, High-End
Off-Shore (Ausland)Sehr mutige Sparfüchse500 - 2'000Preis (hohes Risiko)

Fazit: Wann bauen, wann kaufen?

Die Entscheidung zwischen DIY und einer professionellen Agentur hängt letztlich von Ihrer aktuellen Geschäftsphase und Ihrem Ziel ab. Wenn Sie ein Hobby zum Beruf machen oder gerade erst in die Selbstständigkeit in der Schweiz starten und jeden Franken zweimal umdrehen müssen, sind Wix oder Squarespace legitime Werkzeuge. Sie ermöglichen einen schnellen Start mit geringen fixen Kosten. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass Sie hier viel Zeit „gegen“ Geld tauschen und die Skalierbarkeit sowie das SEO-Potenzial ihre Grenzen haben. In dem Moment, in dem Ihre Website zum primären Instrument der Kundengewinnung werden soll, führt kein Weg an einer professionellen Lösung – auf professioneller Basis – vorbei.

Für etablierte Schweizer KMU ist das „Erstellen lassen“ fast immer die wirtschaftlichere Wahl. Die Kombination aus technischer Perfektion, SEO-Strategie und verkaufspsychologischem Design amortisiert sich in einem hochpreisigen Markt wie der Schweiz oft innerhalb des ersten Jahres. Schauen Sie auf Ihre Branche: In Zürich, Genf oder Basel ist der Wettbewerb online so intensiv, dass eine „selbstgebastelte“ Website oft unprofessionell wirkt und wertvolles Vertrauen bei der anspruchsvollen Schweizer Kundschaft verspielt. Setzen Sie auf Qualität, wenn Sie Qualität verkaufen wollen. Eine professionelle Website ist kein Kostenfaktor, sondern ein digitaler Mitarbeiter, der 24/7 für Sie arbeitet, qualifizierte Leads generiert und Ihr Image stärkt.

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